
Die Nordküste Spaniens ist ein Foodie Paradies
Abgesehen von den grossen Städten wie Bilbao, San Sebastian, La Coruña etc., die absolute Food Mekkas sind, gibt es in den verschiedenen Provinzen regionale Spezialitäten und Eigenheiten, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte!
Pulpo alla Gallega

DAS galizische Gericht schlechthin! Tintenfisch – Pulpo gekocht im grossen Kupferkessel mit scharfem und süssem Paprikapulver “Pimienton” und Olivenöl. Zu finden in den vielen Pulperias, Bars und Restaurants, als Pintxo oder Tapa.

Original Pulpo alla Gallega: mindestens 2 Wochen tiefgefrieren, so wird er zart. Dann 30 Minuten im sprudelnd kochenden Wasser weichkochen. Mit einem Haken herausfischen und auf einem Holzteller mit einer scharfen Schere in kleine Stücke schneiden. Mit Pimienton picante und dulce (scharfes und süsses Paprikapulver) grosszügig bestreuen und mit Olivenöl gut abschmecken. Mit Zahnstochern und frischem Weissbrot zu einem Glas Weisswein geniessen!
Santoña – Anchoas del Cantabrico

Santoña ist das Sardellenmekka schlechthin. Wegen den kühlen Temperaturen des Mar Cantabrico, der kantabrischen Küste, hat sich im kleinen Fischerort Santoña in der Nähe von Santander, über die Jahre eine wichtige “Sardellenindustrie” entwickelt. Gleich beim Hafen reihen sich die Verarbeitungsbetriebe aneinander, wo die fangfrischen Sardellen “Bocarte” vom Boot weg eingelegt und in aufwändiger Handarbeit geköpft und ausgenommen, gewaschen und in Salz eingelegt werden. In grossen Fässern (etwa 400 kg) reifen die Fische während ca. einem Jahr.
Dann werden die Fässer geöffnet und die Fische einzeln von Hand enthäutet, entgrätet und in die bekannten Dosen verpackt. So gelangen sie in die ganze Welt und gelten als die besten Sardellen überhaupt. Zu schade für Pizza und zu schade zum Kochen! Ein gutes Stück Toastbrot, etwas Butter und ein oder zwei Sardellenfilets darüber gelegt zu einem Glas Sidra, Weisswein oder trockenem Sherry…. eine absolute Delikatesse!
Und jetzt im Wissen um die langwierige Arbeit hinter jedem Bissen ist die Wertschätzung noch viel grösser. Verschiedene Firmen bieten Visitas – geführte Rundgänge an, wo man den ganzen Prozess (Video) und die Arbeiterinnen bei der Verarbeitung sehen kann.
Sidra Natural de Asturias

Sidra oder vergorener Apfelmost ist allgegenwärtig in Asturias. 2024 wurde er ins Register der immateriellen Güter der UNESCO aufgenommen und ist der ganze Stolz der Asturieños und lebendiger Teil der lokalen Kultur. Die Sidra asturiana ist nicht irgendein Getränk, sondern lebendige Kultur und der Herzschlag einer Region. Es gibt in Asturias überall Sidrerías, wo Sidra ausgeschenkt wird in der typischen Manier mit der Flasche über dem Kopf und das Glas etwa auf Bauchhöhe, damit sich der ganze Geschmack der Sidra entfaltet… Ebenso gibt es die Lagares de Sidra – Kellereien, wo man bei Führungen in die Geheimnisse der Apfelwein Produktion eingeführt wird – natürlich mit gekonnter Verkostung. Und danach sieht man bei der Weiterreise nur noch Äpfel überall 😉
El Chuleton und Cecina

Abschätzig Alte Kuh genannt…ist diese Spezialität in Nordspanien weit verbreitet. Der Chuleton oder das grosse Steak von mindestens 10jährigen Kühen ist zu vergleichen mit Rib Eye Steak oder der italienischen Fiorentina. Zu finden überall in Nordspanien im Hinterland, wo die Kühe frei im Auslauf gehalten werden. Wir assen unseres in Riaño in den Picos de Europa vom Grill im Parrilla Il Molino…
Eine weitere nicht zu übersehende Spezialität neben dem allgegenwärtigen Jamon ist die “Cecina” – Trockenfleisch vom Rind….
Fazit: España del Norte hat viel zu bieten
Mit Küsten, Bergen, Weiden und Menschen, die mit Hingabe und überliefertem Wissen verarbeiten, was das Land bietet ist es immer wieder einfach spannend und erweitert den Horizont, wenn man etwas abseits den ausgetretenen Pfaden ins Gespräch und ins Essen kommt… Buen Provecho!