To Grappa or not to Grappa…

Tsipouro, Tsikoudìa oder Raki – das ist die Frage

Es ist so: in Griechenland gibt es eigentlich keinen Grappa, aber wir haben mit der Zeit entdeckt, dass Tsipouro, Tsikoudìa, Raki und auch Ouzo gerne getrunken werden. Gross war unser Erstaunen, als irgendwo unterwegs das ältere Ehepaar am Nebentisch eine Flasche Raki zum Lunch bestellte und diesen on the Rocks – auf Eis und mit Wasser versetzt, genüsslich trank …. und dann noch eine weitere Flasche bestellte. Das war unser grosses Aha Erlebnis und unser Einstieg in die griechische Trinkkultur.

Tsipouro, Tsikoudìa, Raki entsprechen in etwa dem italienischen Grappa. Er hat verschiedene Namen in den verschiedenen Landesteilen. Anders als der Grappa als Digestif wird Tsipouro zum Aperitif, zum Essen und überhaupt gerne getrunken. Oft bekommt man in den Tavernen ungefragt eine kleine gekühlte Flasche Tsipouro und Eis auf den Tisch gestelt. Der 38-40%ige Tresterschnaps kostet in der Regel einiges weniger als eine Flasche Wein. Und wenn man zum Essen keinen Tsipouro bestellte, kommt sicherlich zum Dessert eine Flasche Raki und etwas Süsses als Gruss aus der Küche. Und so begannen wir zum Essen keinen Wein mehr zu trinken, sondern Raki mit Eis und Wasser.

Meine ganz persönliche Erfahrung ist, dass Tsipouro kein Kopfweh und keine Übersäuerung verursacht, ganz anders als mancher Wein. Die Erklärung ist wohl, dass Destillaten nicht all die “Hilfsmittel” zugesetzt werden wie dem Wein. Destillate sind reine gebrannte Wässer, eventuell mit etwas Zucker gesüsst und verdünnt mit destilliertem Wasser – sonst nichts. Und so genossen wir unseren Tsipouro, Tsikoudìa und Raki und wurden zu richtigen Aficionados (Fans). 

Destillieren und Destillerien sind in Griechenland nicht sehr verbreitet, weil staatlich sehr streng reguliert. Von Gesetz her werden nur Destillate aus Traubentrester gebrannt und fermentierte Fruchtschnäpse sind nicht erlaubt.

35N Cretan Distillery

Als überraschendes Highlight besuchten wir in Kreta die einzige Destillerie auf der Insel – 35N Cretan Distillery und schauten einem kretischen Destillateur über die Schulter. Sie brennen qualitativ hochstehende Tsikoudìa aus verschiedenen Traubentrestern, die mindestens ein Jahr in Stahltanks gelagert werden. Erst dann kommen sie zur Abfüllung oder werden in Holzfässern weiter veredelt. Unser Besuch war spannend, anfangs mit einigen Sprachschwierigkeiten, weil wir unangemeldet kamen (trotz der offiziellen Besuchszeiten), aber am Schluss hatten wir eine Übersetzerin und die Eigentümerin höchstpersönlich kredenzte uns eine grossartige Degustation und schenkte uns noch eine Flasche Olivenöl.

Tipp: Seid ihr in Kreta und interessieren euch gebrannte Wasser – Schaut rein bei 35N Cretan Distillery, aber meldet euch vorher an. Eine grossartige Erfahrung!

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